Standpunkt: New Work ist mehr als Schickimicki

Standpunkt: New Work ist mehr als Schickimicki

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New Work. Welch geflügeltes Wort. Die neue Arbeit ist selbstbestimmt, schön, macht Spaß, lässt die Mühen und Plakereien der Erwerbstätigkeit hinter sich. Dafür gibt es Lounges, Rutschen, Tartanbahnen, Schlafplätze oder Phone Boxes in einer schrillig-schönen Wohlfühlatmosphäre. Die Arbeitswelt lädt ein zum Verweilen. Lässt das private Zuhause in Vergessenheit geraten. Führt zur ungebremsten Selbstausbeutung – freiwillig, weil es am Arbeitsplatz so schön ist. Das war eine pointierte Meinung, die ich mir bei der XING New Work Experience gemerkt habe. Denn die vermeintliche Mitarbeiterorientierung der hippen Unternehmen im Silicon Valley hat mit Menschen-Orientierung gar nichts zu tun. Es geht darum, den Mitarbeiter so lange wie möglich, an seinen Arbeitsplatz zu binden.

Interessanter Gedanke. Und natürlich nicht ganz falsch. Wer seine Arbeit gerne verrichtet, bleibt länger am Arbeitsplatz, hängt sich mehr rein, engagiert sich mehr. Das ist klar. Aber dennoch wird die Diskussion über New Work heute in Deutschland vielfach davon bestimmt, wer die abgedrehteren Möbel, das spacigere Design oder die abgefahrenste Unternehmenkultur hat. Dass die Arbeitswelt mehr ist, gerät zu oft aus dem Blick. Denn die Arbeitswelt muss zuallererst eines: Sie muss funktionieren. Wenn ich einen Arbeitsplatz habe, an dem ich friere, mag der noch so toll und bunt sein. Er funktioniert dann eben nicht. Im Wettbewerb der Arbeitswelten werden die überzeugen und junge sowie erfahrene Mitarbeiter rekrutieren helfen, die funktionieren, die Beruf und Privat verbinden helfen und die darüber hinaus attraktiv gestaltet sind.

Die Aufgabe muss also sein, dafür zu sorgen, dass Menschen gerne arbeiten. Dann arbeiten sie mit Hingabe und Einsatz. Wer das erreichen will, wird zwangsläufig über die Arbeitswelt hinausdenken. Wird über Führung und Kooperation, über Selbstverwirklichung und Prozesseffizienz nachdenken. Alles das gehört dazu, wenn New Work seinem Namen gerecht werden soll. Die Arbeitswelt ist nur ein Baustein. Aber ein wichtiger!


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